Freitag, November 26, 2010

Förster spricht von einem Rekordjahr

Förster spricht von einem Rekordjahr

25.11.2010 Von: Gerhard Schmidt Fränkischer Tag

waldwirtschaft Der Markt Burgpreppach streicht im Gemeindewald in diesem Jahr einen Gewinn von 38 000 Euro ein. Die Holzpreise bewegen sich auf bislang nicht da gewesenem Niveau, und die Perspektiven für 2011 sind gut.

Revierförster Wolfgang Meiners legte dem Gemeinderat ein sehr positives Ergebnis vom Gemeindewald vor. Rund 38 000 Euro Überschuss flossen in die Gemeindekasse. Wie der Forstmann meinte, war das Waldjahr 2010 "eines der Besten, die es bisher gab", denn rund 76 000 Euro an Einnahmen standen 38 000 Euro Ausgaben gegenüber.
Meiners erklärte, dass es - abgesehen von einer Mäuseplage - fast keine Schäden gab. Als erfreulich wurde angesehen, dass 36 Hektar Waldfläche in der Pflege durchgearbeitet werden konnten. Dies sei alles nur zu schaffen gewesen, weil neben Fachleuten auch zahlreiche Selbstwerber mit eingriffen. Meiners erklärte, dass grundsätzlich jeder Einwohner Brennholz bekäme, wenn er welches aufarbeiten möchte. Es gäbe noch genügend Wald zu durchforsten.

Fitzendorfer Wald begeistert


Die größten Hiebe erfolgten heuer in Hohnhausen und Fitzendorf. Meiners war über den Gemeindewald in Fitzendorf so begeistert, dass er empfahl, bei der nächsten Waldbegehung dort vorbeizuschauen. Eichen und Buchen wurden im Gemeindewald nur so viel geschlagen, um den Brennholzbedarf zu decken. Hartholz würde grundsätzlich nur dort geschlagen, wo Brennholz benötigt wird.
"Nur wo ich pflege und ernte, da wächst auch der Wald", stellte Förster Meiners fest. Ziel sei bei der Waldwirtschaft deshalb, stärkere und bessere Stämme zu fördern, damit der Wald stabil wird. Vom Holzmarkt berichtete er, dass zurzeit Preise zu erzielen seien, wie es sie noch nie gab so gesehen sei 2010 auch in dieser Hinsicht ein Rekordjahr. . Man bekomme jetzt auch für "schlechtes Holz" gutes Geld.
Deshalb würde man auch viel durchforsten und die weniger wertvollen Stämme herausnehmen. Auf Nachfrage erklärte Meiners, dass heuer der Preis für Hartholz bei rund 50 Euro, bei Weichholz bei 35 Euro pro Ster liegen wird. Als erfreulich wurde angesehen, dass die Gemeinde Burgpreppach im abgelaufenen Forstjahr 11 000 Euro an staatliche Förderungen bekommen hat. Damit konnten fast die Kosten bei der Jugendpflege bezahlt werden.
Im Forstjahr 2011 ist ein Holzeinschlag von 1650 Festmeter in der Vornutzung und 120 Festmeter in der Endnutzung vorgesehen. Es sollen wieder 56,8 Hektar gepflegt und durchforstet werden. Laut Meiners wird mit knapp 100 000 Euro an Einnahmen und 62 000 Euro an Ausgaben gerechnet. Damit hätte man mit rund 38 000 Euro Überschuss ein ähnliches Ergebnis wie 2010.
Der Fachmann machte aber darauf aufmerksam, dass der Finanzplan von vielen Faktoren abhänge. Das Gremium stimmte dem Jahresbetriebsnachweis 2010 und dem Jahresbetriebsplan 2011 zu.

Schüler betreuen Biotop

Im Wald wird mehr geholzt

Im Wald wird mehr geholzt

Plan für Gottenheimer Wald.

GOTTENHEIM (schö). Einstimmig nahmen die Gemeinderäte den von Revierförster Martin Ehrler vorgelegten Forstbetriebsplan für das Jahr 2011 an. Der regenreiche Sommer habe dem Gottenheimer Wald gut getan, es gebe aber vermehrt auch Probleme mit Pilzerkrankungen, erläuterte Ehrler, der den Gemeindewald im Auftrag der Kreisforstbehörde betreut. Ein besonderes Problem sei hierbei das Eschentriebsterben. Er wolle das Problem 2011 zunächst nur beobachten, jedoch noch nicht reagieren. Außerdem versprach der Förster, im Frühjahr mit dem Gemeinderat das neue Forsteinrichtungswerk, den Rahmenplan für zehn Jahre, durchzugehen.

2010 werde der Holzeinschlag mit 835 Festmetern deutlich höher ausfallen, als vorgesehen, erklärte Ehrler. Ursprünglich sollten nur 600 Festmeter Holz im rund 209 Hektar großen Gottenheimer Wald geerntet werden. Doch insbesondere die Rodung im Bereich des Murrgrabens, die sein Ufer auch für größere Fahrzeuge zugänglich machen sollte, habe zu dem Mehreinschlag geführt. Positiv dabei sei, dass dadurch das Jahresdefizit geringer ausfallen werde, als geplant.

Doch auch 2011 werde es wieder ein Defizit im Wald geben, war sich der Förster sicher. Die in den zurückliegenden 20 Jahren praktizierte Naturverjüngung des Waldes habe, insbesondere bei der Eiche, nicht so gut funktioniert, wie erhofft. Daher müsse mehr gepflanzt werden, außerdem stünden wiederum Wegesanierungen auf dem Programm. Dem gegenüber sei ein Holzeinschlag von rund 800 Festmetern, darunter 200 Festmeter Stammholz, 200 Festmeter Brennholz und weitere 400 Festmeter Flächenlose für Selbstwerber geplant. 37 Durchforstungslose konnten kürzlich beim Waldfest versteigert werden, die voraussichtlich hier zu erntenden 301 Ster Holz wurden für 4614 Euro versteigert. Letztlich rechnet Revierförster Ehrler im Gemeindewald 2011 mit Einnahmen von 34 200 Euro und einem Defizit von 11 700 Euro, wobei erstmals die von der Gemeinde zu erbringenden Verwaltungsleistungen in Höhe von 6100 Euro mit in die Kalkulation aufgenommen wurden.

Gottenheims Bürgermeister Volker Kieber wiederum dankte dem Förster für seine gute Arbeit, insbesondere für sein ehrenamtliches Engagement gerade in der Jugendarbeit und der Waldpädagogik.

Dienstag, November 23, 2010

Schwieriger Rettungseinsatz für zwei Selbstwerber am Belchen

Schwieriger Rettungseinsatz für zwei Waldarbeiter am Belchen

Dramatische Szenen am Belchen: Ein Mann verunglückt bei Waldarbeiten, sein Kollege will Hilfe holen – und erleidet eine Herzattacke. Nach quälenden Stunden können die beiden Männer gerettet werden.

  1. Die Bergung der Waldarbeiter machte den Einsatz von Rettungshubschraubern erforderlich. Foto: Bergwacht

Das Unglück ereignete sich bereits am Samstag im steil ansteigenden Seitental Stangenboden im kommunalen Forstbezirk Belchen; Einzelheiten wurden aber erst am Montag bekannt. Betroffen waren zwei auswärts wohnhafte Waldarbeiter verunglückt, die als so genannte Brennholz-Selbstwerber vom kommunalen Förster die Erlaubnis zum Holzeinschlag erhalten hatten. Mehrere Rettungsdienste waren für mehrere Stunden im Einsatz.

Gegen 11.30 Uhr war einer der beiden Arbeiter im Wald ausgerutscht und zirka 80 Meter den Hang hinab gestürzt, wobei er sich eine Beckenfraktur und weitere Verletzungen zuzog. Sein Kollege, der Hilfe holen wollte, erlitt beim Wiederaufstieg zum Forstweg eine Herzattacke, die vermutlich durch die große Anstrengung und den Stress hervorgerufen worden war. Nach ergebnislosen Versuchen eines achtjährigen Buben – der mit den beiden Männern unterwegs war – mit seinem Handy Kontakt zu einer Rettungsstelle zu bekommen, wurden die Verletzten erst nach rund drei Stunden von zwei zufällig vorbeikommende Passanten entdeckt, die umgehend einen Notruf absetzen.

Für den zuerst eintreffenden Rettungswagen der Malteser wurde die Schwierigkeit des Einsatzes schnell klar, so dass die Bergwacht Münstertal und der Rettungshubschrauber der DRF aus Freiburg nachgefordert wurden. Erst unmittelbar nach Erreichen des ersten Verletzten wurde weiter unten im Steilhang die zweite verletzte Person gesichtet. Daraufhin wurden die Feuerwehr Münstertal, die benachbarte Bergwacht Sulzburg sowie ein zusätzlicher Notarzt angefordert.

"Crash-Bergung" notwendig

Eine große Herausforderung für die Rettungskräfte bildete das steinschlaggefährdete steile Gelände: Versehentlich losgetretene Steine entwickelten sich zu gefährlichen Geschossen. Da der untere Verletzte genau in der Falllinie des oberen Patienten lag, waren sowohl der Patient als auch die Rettungskräfte akut gefährdet. Dies machte eine sogenannte "Crash-Bergung" notwendig, bei welcher der Patient zügig aus dem Gefahrenbereich gebracht wurde, damit er im Schutze eines Baumes notfallmedizinisch weiter versorgt werden konnte. In diesem Fall entschieden sich die Rettungskräfte für eine Windenrettung mit dem Rettungshubschrauber der Schweizerischen Rettungsflugwacht (REGA). Ein Luftretter der Bergwacht Schwarzwald koordinierte den Winden-Einsatz. Der herzkranke zweite Patient wurde mittels Gebirgstrage und Seilen der Bergwacht zum darüber liegenden Forstweg gezogen und dabei von einem Notarzt begleitet.

Am mehrstündigen Einsatz beteiligt waren zwei Rettungswagen der Malteser, die Bergwacht Münstertal und Sulzburg, die Feuerwehr Münstertal mit drei Fahrzeugen, die Rettungshubschrauber der DRF aus Freiburg und der REGA Basel, ein Notarzt aus Bad-Krozingen und ein Polizeifahrzeug.

Montag, November 22, 2010

abbaubaren Hydraulikflüssigkeiten zu betreiben

Wir wurden neulich auf die neuen PEFC Richtlinien aufmerksam gemacht, die ab 01.01.2011 in Kraft treten. Ich habe mir dann beim PEFC das Dokument „PEFC-Standards für Deutschland - gültig ab 01.01.2011“ durchgelesen. Laut Punkt 5.5 sind Maschinen nur noch mit biologisch schnell abbaubaren Hydraulikflüssigkeiten zu betreiben, sofern es technisch möglich ist. Unser Förster hat gesagt, daß man ggf. eine Herstellererklärung vorzeigen muß, sollte die Verwendung von biologischen Hydrauliköl nicht möglich sein. Wo habt Ihr die Erklärung bekommen? Habt Ihr den Hersteller kontaktiert, oder Euren örtlichen Händler bemüht?
Einen anderen Punkt der neuen Richtlinien habe ich noch nicht ganz verstanden, aber evtl. könnt Ihr mir weiterhelfen. Unter Punkt 6.2 steht:
Private Selbstwerber weisen ab 2013 die Teilnahme an einem qualifizierten Motorsägenlehrgang, der den Anforderungen der Versicherungsträger entspricht, nach.
Wer ist der Versicherungsträger?? Bis jetzt hat jeder Selbstwerber bei mir unterschrieben, daß er nur für sich und auf eigenes Risiko sägt und damit war für mich der Fall erledigt.

PEFC-Standards für Deutschland


Leitlinie für nachhaltige Waldbewirtschaftung zur Einbindung
des Waldbesitzers in den regionalen Rahmen
PEFC Deutschland e.V.
Danneckerstr. 37, D-70182 Stuttgart
Tel: +49 (0)711 24 840 06, Fax: +49 (0)711 24 840 31
E-Mail: info@pefc.de, Web: www.pefc.de
Normatives Dokument
PEFC-Standards für Deutschland
PEFC D 1002:2009
© PEFC Deutschland 2009
Copyright-Vermerk
© PEFC Deutschland 2009
Dieses Dokument von PEFC Deutschland e.V. ist urheberrechtlich geschützt. Es ist auf der
PEFC-Internetseite oder auf Anfrage frei verfügbar.
Kein Teil dieses urheberrechtlich geschützten Dokuments darf geändert oder ergänzt werden.
Ohne die Genehmigung durch PEFC Deutschland e.V. darf das Dokument nicht zu kommerziellen
Zwecken vervielfältigt oder kopiert werden.
Name des Dokuments: PEFC-Standards für Deutschland
Titel des Dokuments: PEFC D 1002:2009
Verabschiedet von: Deutscher Forst-Zertifizierungsrat Datum: 30.11.2009
Veröffentlicht am: 23.12.2009
Inkrafttreten am: 01.01.2011
© PEFC Deutschland 2009
PEFC D 1002:2009 1
Einführung
Die nachhaltige Waldbewirtschaftung in Deutschland erfolgt in einer Weise, welche die biologische
Vielfalt, die Produktivität, die Verjüngungsfähigkeit, die Vitalität und die Fähigkeit,
gegenwärtig und in Zukunft wichtige ökologische, wirtschaftliche und soziale Funktionen auf
lokaler und nationaler Ebene zu erfüllen, erhält und anderen Ökosystemen keinen Schaden
zufügt. (Definition der Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa)
Nachhaltige Waldbewirtschaftung orientiert sich an den 1993 in Helsinki auf der Ministerkonferenz
zum Schutz der Wälder in Europa beschlossenen Kriterien:
1. Erhaltung und angemessene Verbesserung der forstlichen Ressourcen und ihr Beitrag
zu globalen Kohlenstoffkreisläufen
2. Erhaltung der Gesundheit und Vitalität von Forstökosystemen
3. Erhaltung und Förderung der Produktionsfunktion der Wälder (Holz- und Nichtholz)
4. Bewahrung, Erhaltung und angemessene Verbesserung der biologischen Vielfalt in
Waldökosystemen
5. Erhaltung und angemessene Verbesserung der Schutzfunktionen bei der Waldbewirtschaftung
(vor allem Boden und Wasser)
6. Erhaltung sonstiger sozio-ökonomischer Funktionen und Bedingungen.
Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung dient dem Klimaschutz.
Waldbesitzer, die ihre Waldbewirtschaftung an diesem gemeinsamen Ziel der umfassenden
Nachhaltigkeit ausrichten, können sich an der PEFC-Zertifizierung beteiligen. Die Dokumentation
der nachhaltigen Waldbewirtschaftung erfolgt auf regionaler Ebene auf Grundlage der
Indikatorenliste. Die vorliegenden Standards präzisieren die aus den Helsinki-Kriterien abgeleiteten
Anforderungen für die praktische Waldbewirtschaftung auf der betrieblichen Ebene.
Geltungsbereich
Diese Standards beziehen sich ausschließlich auf die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern
(Holzboden- und Nichtholzboden-Fläche). Flächig ausgeprägte Sondernutzungen können
auf Antrag des Waldbesitzers von diesen Regelungen ausgeschlossen werden.
a) Als flächig ausgeprägte Sondernutzungen gelten insbesondere Weihnachtsbaumoder
Schmuckreisigkulturen, Kurzumtriebsplantagen auf Waldflächen, Versuchsflächen
und Wildgatter. Diese Sonderflächen sind auf einer Karte abzugrenzen und bei
Antragstellung gegenüber PEFC Deutschland e.V. zu dokumentieren. Bei bestehender
PEFC-Zertifizierung ist die Neuanlage solcher Sonderflächen nur zulässig, wenn
die nachhaltige Waldbewirtschaftung im Gesamtbetrieb und die Waldfunktionen im
Bereich der Sonderflächen durch deren Umfang und die Größe der Einzelflächen
nicht erheblich beeinträchtigt werden und wenn vor ihrer Anlage ihre Grenzen kartografisch
erfasst und PEFC Deutschland e.V. mitgeteilt werden. Produkte aus diesen
Flächen dürfen – im Gegensatz zu Weihnachtsbäumen, die im Zuge regulärer Waldbewirtschaftung
etwa bei der Jungwuchspflege anfallen – nicht als PEFC-zertifiziert
verkauft oder mit dem PEFC-Logo gekennzeichnet werden.
Gesetzliche und andere Forderungen
Gesetzliche und andere Forderungen, zu deren Einhaltung der Waldbesitzer verpflichtet ist,
werden beachtet. Hierzu gehören beispielsweise:
a) die auf international geltenden Konventionen beruhenden Rechtsvorschriften (z.B.
Übereinkommen über die biologische Vielfalt, Klimarahmenkonvention und Kyoto-
Protokoll, Washingtoner Artenschutzübereinkommen [CITES], Protokoll über die biologische
Sicherheit, ILO-„Kernarbeitsnormen“ [International Labour Organisation]),
b) die relevanten Bundes- und Landesgesetze sowie
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PEFC D 1002:2009 2
c) alle für den Waldbesitzer als Vertragspartner relevanten vertraglichen Verpflichtungen(
z.B. Tarifverträge).
1. Forstliche Ressourcen
Ziel ist es, den Wald in einer umfassend nachhaltigen Art und Weise zu bewirtschaften, welche
die forstlichen Ressourcen und die von ihnen ausgehenden vielfältigen Waldfunktionen
erhält und gegebenenfalls verbessert sowie deren Beitrag zu globalen Kohlenstoffkreisläufen
fördert.
1.1 Bewirtschaftungspläne, die der Betriebsgröße und Betriebsintensität entsprechen, werden
erstellt. Sie berücksichtigen ökologische, ökonomische und soziale Ziele im Sinne
von PEFC. Die Waldbewirtschaftung orientiert sich an den Bewirtschaftungsplänen und
stellt mittel- und langfristig einen Ausgleich zwischen Holznutzung und Holzzuwachs sicher.
a) Siehe Leitfaden 1
1.2 Eine dauerhafte Bewaldung wird erhalten. Im Falle einer Verlichtung erfolgt die Verjüngung
mit standortgerechten Baumarten. Natürliche sukzessionale Entwicklungen, soweit
sie den Verjüngungszielen dienen, werden einbezogen.
a) Absenkung des Bestockungsgrades unter ein kritisches Niveau (0,4), soweit nicht eine
Verjüngung bereits erfolgt
1.3 Bei Waldumwandlungen (Nutzungsänderungen) anfallendes Holz wird nur dann als
„PEFC-zertifiziert“ vermarktet, wenn es sich um nach Naturschutz- und Forstrecht genehmigte
Rodungen handelt.
2. Gesundheit und Vitalität des Waldes
Gesundheit und Vitalität der Waldökosysteme sind Voraussetzung für eine nachhaltige
Waldbewirtschaftung. Ziel ist es daher, im Rahmen der waldbaulichen Maßnahmen besondere
Rücksicht auf die Empfindlichkeit der Ökosysteme zu nehmen.
2.1 Die Methoden des integrierten Waldschutzes werden angewendet.
a) Integrierter Waldschutz: Kombination von Verfahren, bei denen unter vorrangiger Berücksichtigung
mechanischer, biologischer, biotechnischer, pflanzenzüchterischer
sowie anbau- und kulturtechnischer Maßnahmen die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel
auf das notwendige Maß beschränkt wird. (§ 2 Pflanzenschutzgesetz)
2.2 Bekämpfungsmaßnahmen unter Anwendung von Pflanzenschutzmitteln finden nur als
letztes Mittel bei schwerwiegender Gefährdung des Bestandes oder der Verjüngung und
ausschließlich auf der Grundlage eines schriftlichen Gutachtens einer fachkundigen
Person statt.
a) Als Pflanzenschutzmittel im Sinne dieser Bestimmung gelten Herbizide, Insektizide,
Fungizide und Rodentizide.
b) Es werden nur zugelassene Pflanzenschutzmittel verwendet. Pflanzenschutzmittel
werden restriktiv, d. h. auf das notwendige Maß beschränkt, und möglichst umweltverträglich
eingesetzt. Vorgaben für die ordnungsgemäße Ausbringung werden eingehalten.
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c) Polterspritzung sowie das Ausbringen von Wundverschluss- und Wildschadensverhütungsmitteln
sind ohne schriftliches Gutachten zulässig. Es ist dabei den Dokumentationspflichten
und den Anforderungen an die Sachkunde des Pflanzenschutzgesetzes
nachzukommen. Der Schutz durch andere Maßnahmen, wie z.B. die rechtzeitige Abfuhr
des Holzes durch den Käufer, hat jedoch Vorrang.
d) Eine Person gilt dann als fachkundig, wenn sie eine forstliche Ausbildung an einer
Universität oder Fachhochschule abgeschlossen hat.
e) Siehe Leitfaden 2
2.3 Bodenschutzkalkungen werden nur nach Vorliegen eines boden- und/oder waldernährungskundlichen
Gutachtens bzw. fundierter Standortserkundung durchgeführt.
2.4 Düngung zur Ertragssteigerung wird unterlassen.
a) Kompensationsmaßnahmen, die der Erhaltung oder der Wiederherstellung der ursprünglichen
Standortsgüte dienen, wie Bodenschutzkalkungen, gelten nicht als
Düngung im Sinne dieser Regelung.
2.5 Bei Holzerntemaßnahmen werden Schäden am Bestand und Boden weitestgehend
vermieden. Flächiges Befahren wird grundsätzlich unterlassen.
2.6 Ein dauerhaftes Feinerschließungsnetz, das einem wald- und bodenschonenden Maschineneinsatz
Rechnung trägt, wird aufgebaut,. Der Rückegassenabstand beträgt
grundsätzlich mindestens 20 m. Bei verdichtungsempfindlichen Böden werden größere
Abstände (z.B. 40 m) angestrebt.
a) Bei besonderen topografischen und standortlichen Situationen kann von einer streng
schematischen Feinerschließung abgewichen werden, wenn dadurch Schäden am
Boden oder Bestand vermieden werden.
2.7 Die dauerhafte Funktionsfähigkeit der Rückegasse als Widerlager für Fahrzeuge wird sichergestellt.
Der Gleisbildung ist insbesondere durch folgende Maßnahmen entgegenzuwirken:
optimale Planung und Logistik zur Reduktion der Überfahrten, witterungsbedingte
Unterbrechungen der Holzernte, Stabilisierung der Rückegassen durch Reisigauflage,
Ausnutzen aller technischen Optionen und Leistungen der Maschinen (Moorbänder,
Hangharvester, Reifendruckregelung o.Ä.)
2.8 Das Befahren zusätzlich zur Holzernte (Bodenbearbeitung, Pflanzung, Saat) wird auf
das unbedingt erforderliche Ausmaß begrenzt. Bei verdichtungsempfindlichen Böden
wird das Befahren bodenschonend (geringe Bodenfeuchtigkeit, bodenpfleglicher Maschineneinsatz)
gestaltet.
a) Die Prüfkriterien des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) geben Anhaltspunkte
für die Bodenpfleglichkeit des Maschineneinsatzes: z.B. geringer Reifeninnendruck,
geringe Radlast, Breitreifen, großer Reifendurchmesser.
2.9 Fällungs- und Rückeschäden am verbleibenden Bestand und an der Verjüngung werden
durch pflegliche Waldarbeit vermieden.
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a) Bei Z-Baum-Auswahl sind diese als solche erkennbar und werden grundsätzlich nicht
beschädigt. Am verbleibenden Bestand dürfen die Rückeschäden nur bei maximal 10
% der Stammzahl vorkommen. Auf entsprechende Schlagordnung und Schonung der
Verjüngung ist zu achten.
3. Produktionsfunktion der Wälder
Die Sicherung der Produktionsfunktion der Wälder ist eine volkswirtschaftliche Aufgabe. Die
heimische Holzproduktion gewährleistet die Bereitstellung des ökologisch wertvollen Rohstoffes
Holz mit kurzen Transportwegen. Ziel es ist, den Waldbesitzer durch angemessene
Einkünfte aus dem Wald in die Lage zu versetzen, auf lange Sicht eine umfassend nachhaltige
Waldbewirtschaftung und Pflege zu gewährleisten.
3.1 Der Waldbesitzer wirkt auf eine hohe Wertschöpfung und einen ökonomischen Erfolg
hin.
3.2 Die Stärkung der Produktionsfunktion umfasst die Erzeugung hoher Holzqualitäten und
einer breiten Produktpalette im Rahmen der betrieblichen Zielsetzung. Der Waldbesitzer
bewirtschaftet deshalb seine Wälder produktorientiert, auch im Hinblick auf die Vermarktung
von Nicht-Holz-Produkten und Dienstleistungen.
3.3 Eine angemessene und auf die Betriebsziele abgestimmte Pflege wird sichergestellt.
3.4 Die Endnutzung nicht-hiebsreifer Bestände ist grundsätzlich nicht zulässig.
a) Nadelbaumbestände unter 50 bzw. Laubbaumbestände unter 70 Jahren gelten als
nicht-hiebsreif.
b) Ausnahmen sind:
- schnellwachsende Baumarten (z.B. Pappel, Weide, Robinie),
- Stockausschlag im Rahmen von Niederwald- bzw. Mittelwald-Bewirtschaftung,
- Maßnahmen zum Umbau ertragsschwacher oder standortwidriger Bestockungen.
3.5 Eine bedarfsgerechte Erschließung des Waldes ist erforderlich. Dabei wird besondere
Rücksicht auf Belange der Umwelt genommen. Insbesondere werden schutzwürdige
Biotope geschont. Bodenversiegelung mit Beton- und Schwarzdecken wird nur aus
zwingenden Gründen vorgenommen.
a) Ein Wald ist bedarfsgerecht erschlossen, wenn alle Bestände, deren Nutzung unter
Würdigung wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Aspekte sinnvoll ist, mit den
nach dem jeweiligen Stand der Bringungstechnik gängigen und örtlich verfügbaren
Methoden durch die Holzbringung erreicht werden. In nicht oder nur extensiv genutzten
Wäldern ist ein Grunderschließungsnetz erforderlich, das eine ausreichende Zugänglichkeit
zum Katastrophenschutz und in Notfällen ermöglicht.
3.6 Auf Ganzbaumnutzung wird verzichtet. Auf nährstoffarmen Böden wird auch von einer
Vollbaumnutzung abgesehen.
a) Bei der Nutzung und Entfernung aller ober- und unterirdischen Baumteile aus dem
Bestand handelt es sich um eine Ganzbaumnutzung, bei der Nutzung und Entfernung
aller oberirdischen Baumteile um eine Vollbaumnutzung. Nebennutzungen sind von
dieser Regelung ausgenommen.
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b) Siehe Leitfaden 3
4. Biologische Vielfalt in Waldökosystemen
Ziel ist die Bewahrung, Erhaltung und angemessene Verbesserung der biologischen Vielfalt
im Konsens mit den nationalen und internationalen Verpflichtungen (z.B. FFH- und Vogelschutzrichtlinie).
Die Waldbewirtschaftung berücksichtigt dabei die Erkenntnisse der wissenschaftlichen
Forschung, insbesondere der Naturwaldforschung, um bestmöglichen Nutzen
aus natürlichen Strukturen und Prozessen zu ziehen, die biologische Vielfalt zu sichern und
naturnahe Bestände aufzubauen.
4.1 Mit Ausnahme natürlicher Reinbestände werden Mischbestände mit standortgerechten
Baumarten erhalten bzw. aufgebaut.
Ein hinreichender Anteil von Baumarten der natürlichen Waldgesellschaften wird angestrebt.
Bei der Beteiligung fremdländischer Baumarten wird sichergestellt, dass es durch deren
Naturverjüngung nicht zu einer Beeinträchtigung der Regenerationsfähigkeit anderer
Baumarten und damit zu deren Verdrängung kommt.
a) Bei einem Anteil von Mischbaumarten ab 10 % wird ein Bestand als gemischt angesehen.
b) Eine Baumart gilt dann als standortgerecht, wenn sie sich aufgrund physiologischer
und morphologischer Anpassung an die Standortbedingungen in der Konkurrenz zu
anderen Baumarten und zu Sträuchern, Gräsern und krautigen Pflanzen in ihrem gesamten
Lebenszyklus von Natur aus behauptet, gegen Schäden weitgehend resistent
ist und die Standortskraft erhält oder verbessert. Die Bewertung erfolgt in der Gesamtbetrachtung
aller drei Kriterien Konkurrenzkraft, Sicherheit und Pfleglichkeit. So
können auch Baumarten, zu deren Gunsten steuernde Eingriffe erfolgen (z.B. Eiche
in Mischbeständen mit Buche), standortgerecht sein.
c) Der Anteil kann dann als hinreichend angesehen werden, wenn Reproduzierbarkeit
für die nächste Bestandesgeneration durch natürliche Verjüngung gegeben ist
(vgl. § 5 Abs. 3 BNatSchG).
4.2 Seltene Baum- und Straucharten werden gefördert.
4.3 Die Herkunftsempfehlungen für forstliches Saat- und Pflanzgut werden eingehalten.
4.4 Saat- und Pflanzgut mit überprüfbarer Herkunft wird verwendet, soweit es für die jeweilige
Herkunft am Markt verfügbar ist.
a) Die Überprüfbarkeit der Herkunft (Identität) wird durch ein von PEFC Deutschland
anerkanntes Verfahren (z.B. ZÜF oder FFV) bzw. kontrollierte Lohnanzucht sichergestellt
Die Wildlingswerbung und deren interne Verwendung sowie die Verwendung im eigenen
Forstbetrieb erzeugten Saat- und Pflanzgutes bleiben von dieser Regelung
unberührt.
4.5 Gentechnisch veränderte Organismen kommen nicht zum Einsatz.
4.6 An die zu verjüngende Baumart angepasste, möglichst kleinflächige Verjüngungsverfahren
werden angewendet.
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4.7 Der natürlichen Verjüngung wird der Vorzug gegeben, vorausgesetzt, dass die zu erwartende
Verjüngung standortgerecht und qualitativ wie quantitativ befriedigend ist und
dass eine Pflanzung aufgrund eines geplanten Waldumbaus nicht erforderlich ist.
4.8 Kahlschläge werden grundsätzlich unterlassen. Ausnahmen sind zulässig, wenn ein
Umbau in eine standortgerechte Bestockung oder die Verjüngung einer standortgerechten
Lichtbaumart aus dem Altbestand auf anderem Wege nicht möglich ist, wenn aufgrund
kleinstparzellierter Betriebsstruktur andere waldbauliche Verfahren nicht sinnvoll
sind oder wenn zwingende Gründe des Waldschutzes, der wirtschaftlichen Situation des
Waldbesitzers oder der Verkehrssicherungspflicht vorliegen.
a) Kahlschläge sind flächige Nutzungen in Beständen ohne Verjüngung, die auf der Fläche
zu Freilandklima führen.
b) Kleinflächige Nutzungen, die der Entwicklung einer natürlichen Verjüngung oder dem
Aufbau mehrstufiger Bestandesabfolgen dienen, und historische Waldnutzungsformen
(Niederwaldbewirtschaftung) gelten nicht als Kahlschläge.
c) Zwingende Gründe der wirtschaftlichen Situation des Waldbesitzers sind wirtschaftliche
Notlagen, die auf Anforderung gegenüber dem Zertifizierer in geeigneter Weise
zu belegen sind.
4.9 Auf geschützte Biotope und Schutzgebiete sowie gefährdete Tier- und Pflanzenarten
wird bei der Waldbewirtschaftung besondere Rücksicht genommen.
4.10 Biotopholz, z.B. Totholz, Horst- und Höhlenbäume, wird zum Schutz der biologischen
Vielfalt in angemessenem Umfang erhalten und gefördert.
Sein Umfang darf nicht zu unverhältnismäßigen wirtschaftlichen Nachteilen für den
Waldbesitzer führen. Verkehrssicherungspflicht, Waldschutz- und Unfallverhütungsvorschriften
werden beachtet.
Betriebspläne beinhalten auch die Thematik „Biotopholz im Wald“.
Zum Ausgleich wirtschaftlicher Nachteile kann an Förderprogrammen oder Maßnahmen
des Vertragsnaturschutzes teilgenommen werden.
a) Siehe Leitfaden 4
4.11 Angepasste Wildbestände sind Grundvoraussetzung für naturnahe Waldbewirtschaftung
im Interesse der biologischen Vielfalt. Im Rahmen seiner Möglichkeiten wirkt der
einzelne Waldbesitzer auf angepasste Wildbestände hin.
a) Wildbestände gelten dann als angepasst, wenn die Verjüngung der Hauptbaumarten
ohne Schutzmaßnahmen möglich ist und erhebliche, frische Schälschäden an den
Hauptbaumarten nicht großflächig auftreten.
b) Alle rechtlichen Möglichkeiten (z.B. Geltendmachung von Wildschäden) sind auszuschöpfen.
c) Siehe Leitfaden 5
5. Schutzfunktionen der Wälder
Ziel ist es, bei der Waldbewirtschaftung die Schutzfunktionen zu erhalten und angemessen
zu verbessern, da sie für die Allgemeinheit in einem dicht besiedelten Land von besonderer
Bedeutung sind.
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5.1 Bei der Waldbewirtschaftung sind alle Schutzfunktionen angemessen zu berücksichtigen.
5.2 Gewässer im Wald werden durch die Waldbewirtschaftung nicht beeinträchtigt. Besondere
Sorgfalt gilt den Uferbereichen und der Qualität des Grund- und Oberflächenwassers
in Wasserschutzgebieten.
5.3 Auf die Neuanlage von Entwässerungseinrichtungen wird verzichtet.
a) Wegegräben sind keine Entwässerungseinrichtungen im Sinne dieser Regelung.
b) Bestehende Einrichtungen dürfen gepflegt werden. Für den Schutz wertvoller Moorund
Nassstandorte wird besonders Sorge getragen.
c) Die Anlage von Entwässerungseinrichtungen in Sonderfällen, wie Renaturierung
ehemaliger Abbauflächen, ist zulässig.
5.4 Zum Schutz des Bodens wird auf eine flächige, in den Mineralboden eingreifende Bodenbearbeitung
und auf Vollumbruch verzichtet.
a) Eine schonende Bodenverwundung sowie eine plätze- und streifenweise Bodenbearbeitung
ist zulässig, wenn eine Verjüngung auf anderem Wege nicht möglich ist.
b) Ein Vollumbruch vor Erstaufforstungen und von Waldbrandschutzstreifen ist zulässig.
5.5 Zum Schutz von Wasser und Boden werden biologisch schnell abbaubare Kettenhaftöle
und Hydraulikflüssigkeiten verwendet. Eine Ausnahme gilt bei Hydraulikflüssigkeiten,
wenn Technik eingesetzt wird, die keinen separaten Hydraulikkreislauf besitzt, bzw.
wenn keine Freigabe des Maschinenherstellers vorliegt. Notfall-Sets für Ölhavarien mit
einer ausreichenden Auffangkapazität werden an Bord der Maschine mitgeführt.
a) Der Einsatz von biologisch schnell abbaubaren Kettenhaftölen und Hydraulikflüssigkeiten
wird durch Beschaffungsnachweis oder – bei Neumaschinen – durch die Betriebsanleitung
oder durch andere geeignete Nachweise (z.B. Ölanalyse) belegt. Der
Beleg wird – zusammen mit dem Arbeitsauftrag – auf der Maschine mitgeführt.
b) Biologisch schnell abbaubar sind Kettenhaftöle und Hydraulikflüssigkeiten, wenn sie
ein Umweltzeichen (z.B. „Blauer Engel“) oder ein Biozertifikat des Ölherstellers besitzen.
c) Private Selbstwerber weisen ab 2013 die Verwendung von biologisch schnell abbaubaren
Kettenhaftölen nach (Selbsterklärung).
6. Sozio-ökonomische Funktionen der Wälder
Ziel ist es, dass der Waldbesitzer seine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und insbesondere
gegenüber den in seinem Wald arbeitenden Menschen in vollem Umfang wahrnimmt.
Die vielfältigen sozio-ökonomischen Funktionen des Waldes werden dabei sichergestellt
und gefördert.
6.1 Für den Fall, dass eigenes Personal beschäftigt wird, wird ein den betrieblichen Verhältnissen
angepasster Bestand von forstwirtschaftlich ausgebildetem Fachpersonal erhalten
oder geschaffen. Als Fachpersonal gelten Arbeitskräfte, die eine der Tätigkeit entsprechende
Ausbildung abgeschlossen haben oder über mehrjährige Berufserfahrung
verfügen.
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6.2 Private Selbstwerber weisen ab 2013 die Teilnahme an einem qualifizierten Motorsägenlehrgang,
der den Anforderungen der Versicherungsträger entspricht, nach.
6.3 Im Forstbetrieb eingesetzte forstwirtschaftliche Dienstleistungs-, Lohnunternehmer und
gewerbliche Selbstwerber verfügen über die für die Tätigkeit erforderliche Qualifikation.
a) Siehe Leitfaden 6
6.4 In der Waldarbeit werden bei örtlicher Verfügbarkeit und ab 2014 generell nur solche
Dienstleistungs-, Lohnunternehmer und gewerbliche Selbstwerber eingesetzt, die ein
von PEFC Deutschland anerkanntes Zertifikat (z.B. RAL-Gütezeichen, Deutsches Forst-
Service-Zertifikat, tqforst-Zertifikat) besitzen.
a) Beim Einsatz von Dienstleistungs- und Lohnunternehmern sowie gewerblichen
Selbstwerbern, die ein RAL-Gütezeichen, ein Deutsches Forst-Service-Zertifikat oder
ein vergleichbares, von PEFC anerkanntes Zertifikat besitzen, können die im Leitfaden
6 aufgelisteten Anforderungen als erfüllt angesehen werden.
b) Nachgewiesene bäuerliche Zuerwerbsbetriebe (Selbsterklärung) bleiben von dieser
Regelung ausgenommen und können die Qualität ihrer Arbeit auch auf andere Weise,
z.B. durch Abnahmeprotokolle, nachweisen.
6.5 Die Unfallverhütungsvorschriften der zuständigen Versicherungsträger und die Betriebssicherheitsverordnungen
sind einzuhalten. Wenn technisch umsetzbar, gehört hierzu
auch eine funktionierende Rettungskette.
6.6 Für Zweitaktmaschinen werden Sonderkraftstoffe verwendet. Private Selbstwerber weisen
ab 2013 die Verwendung von Sonderkraftstoffen nach (Selbsterklärung).
6.7 Allen in der Forstwirtschaft eingesetzten Beschäftigten ist die Möglichkeit zur Aus-, Fortund
Weiterbildung zu geben. Derartige Maßnahmen werden dokumentiert.
6.8 Die Beschäftigten in der Forstwirtschaft werden auf der Grundlage geltender Tarifverträge
der Forstwirtschaft beschäftigt. Sofern für den einzelnen Betrieb oder Beschäftigten
keine Tarifbindung vorliegt, kommen regional geltende oder vergleichbare Bedingungen
der Forstwirtschaft zur Anwendung, z.B. der jeweilige Branchentarif der forstwirtschaftlichen
Erzeugerstufe bzw. für Forstbedienstete. Sie werden Bestandteil des Arbeitsvertrages.
6.9 Die Mitgestaltung des Betriebsgeschehens über die jeweils geltenden Gesetze der Mitbestimmung
steht den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern offen.
6.10 Die Öffentlichkeit hat zum Zwecke der Erholung freien Zutritt zum Wald. Beschränkungen
können zulässig sein insbesondere zum Schutz der Ökosysteme sowie aus Gründen
der forstlichen und jagdlichen Bewirtschaftung, zum Schutz der Waldbesucher, zur
Vermeidung erheblicher Schäden oder zur Wahrung anderer schutzwürdiger Interessen
des Waldbesitzers. Bei der Waldbewirtschaftung werden die Erholungsfunktion und der
ästhetische Wert des Waldes berücksichtigt.
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PEFC D 1002:2009 9
6.11 Auf Standorte mit anerkannter besonderer historischer, kultureller oder religiöser Bedeutung
wird besondere Rücksicht genommen.
Leitfäden
Die folgenden Leitfäden sind als ergänzende Erläuterungen zu verstehen. Sie sollen den
teilnehmenden Waldbesitzern Hilfestellung bei der Auslegung und praktischen Umsetzung
der PEFC-Standards geben.
Leitfaden 1
Wie sollte ein Bewirtschaftungsplan gestaltet sein?
Forstbetriebe mit einer Flächengröße von über 100 ha sollen Forsteinrichtungswerke bzw.,
sofern solche nicht vorliegen, schriftliche Bewirtschaftungskonzepte erstellen, die mindestens
folgende Angaben enthalten:
a) Flächenverzeichnis
b) Kartenwerk
c) Bestandesbeschreibungen oder Betriebsbeschreibung „Forst“
d) Altersklassenübersicht (nach Baumarten getrennt), auch Ergebnisse einer Stichprobenerhebung
möglich
e) Zuwachs- und Vorratsberechnung
f) Zieldefinition (einschließlich langfristig anzustrebendes Baumartenverhältnis mit Aussagen
zu ökonomischen, ökologischen und sozialen Zielen im Sinne von PEFC)
g) Mittelfristige Betriebsplanung
h) Bemessung des Nutzungssatzes
Betriebsgutachten für Forstbetriebe mit einer Flächengröße von unter 100 ha sollen mindestens
die unter Punkt a), b), e) und h) aufgeführten Angaben enthalten. An die Stelle der Berechnung
von Zuwachs und Vorrat (Punkt e) kann eine Schätzung mit Hilfe von Ertragstafeln
treten.
Alle Waldbesitzer ohne schriftliche Betriebsplanung sollen gegenüber dem Zertifizierer ihre
Ziele und Planungen (Nutzung, Pflege, Verjüngung) detailliert darlegen.
Leitfaden 2
Wie sollte ein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln dokumentiert werden?
Ein Gutachten ist bei der Anwendung von Wundverschluss- und Wildschadensverhütungsmitteln
sowie bei der Polterspritzung nicht erforderlich.
Das Gutachten zum Pflanzenschutzmitteleinsatz sollte folgende Angaben enthalten:
a) Name und Funktion des Gutachters
b) Bezeichnung der Wald-/Standorte
c) Ggf. Karte, in der die Einsatzbereiche gekennzeichnet sind
d) Dokumentation, dass eine schwerwiegende Gefährdung vorlag.
e) Ggf. Fotodokumentation der Ausgangssituation
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f) Darstellung, dass alternative Methoden (z.B. biologisch-technischer Schutz, ...) nicht
zielführend sind.
g) Name und Dosierung des Präparates
h) Zeitpunkt und Art der Ausbringung
i) Ergebnis der Erfolgskontrolle.
Leitfaden 3
Bis zu welchem Nährstoffgehalt des Bodens ist eine Vollbaumnutzung noch zulässig?
Vor dem Hintergrund einer wachsenden Bedeutung von Holz als regenerativem Energieträger
und einer hierdurch steigenden Nachfrage nach Holzhackschnitzeln sowie steigenden
Preisen für dieses Sortiment, stellen Nutzungen von Vollbäumen bzw. die Nutzung von Kronenmaterial
zusätzlich zu Standardsortimenten (auch eine Vollbaumnutzung) inzwischen für
viele Forstbetriebe eine durchaus wirtschaftliche Nutzungsform dar. Da die Nährstoffexporte
bei einer solchen Wirtschaftsweise aber überproportional zur Erntemenge ansteigen, darf
diese Vorgehensweise im Rahmen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung kein Standardverfahren
darstellen. Jedoch können unter bestimmten Umständen solche Nutzungen auch
im Rahmen der Einhaltung der PEFC-Standards als vertretbar eingestuft werden. Insbesondere
die folgenden Punkte gilt es hierbei zu beachten:
a) Vollbaumnutzungen sollten nur im Rahmen von Durchforstungseingriffen erfolgen,
nicht bei flächigen Nutzungen (Ausnahme: Mittel im Rahmen des Forstschutzes).
b) Die Vollbaumnutzungen sollten erst ab einem Bestandesalter erfolgen, in dem sich
auch Standardsortimente für die stoffliche Nutzung (Industrieholz und teilweise Sägeholzabschnitte)
aushalten lassen, da in jüngeren Beständen der volumenbezogene
Nährstoffexport noch deutlich höher ist.
c) Bei Nadelholz sollte – soweit aus Forstschutzsicht möglich – das Material erst nach
Nadelabfall aus dem Bestand gerückt bzw. von der Rückegasse aus gehackt werden.
d) Beim Laubholz sollten solche Nutzungen im winterkahlen Zustand erfolgen.
e) Eine Nährstoffnachlieferung erfolgt über die Verwitterung und über Stoffeinträge aus
der Luft, wobei der letztere Faktor der bedeutsamere sein kann. Für die betriebliche
Entscheidung, ob Vollbaumnutzungen als vertretbar eingestuft werden oder nicht,
sollten auch die Auswertungen der bundesweiten Bodenzustandserhebung sowie des
Level-II-Programms des Bundes herangezogen werden. Über diese Quellen lassen
sich Rückschlüsse auf den regionalspezifischen Ernährungszustand der einzelnen
Baumartengruppen ziehen.
f) Soweit vorhanden, sollte sich der Waldbesitzer an Leitlinien für die Anwendbarkeit
von Vollbaumnutzungen in den Ländern orientieren (z. B. Niedersachsen oder Brandenburg)
g) Vollbaumnutzungen sollten in Abhängigkeit von der regionalen Nährstoffversorgungssituation
der Bestände und der Baumart nicht häufiger als zwei- bis viermal im Bestandesleben
erfolgen und sind zu dokumentieren. Bei häufigerer Vollbaumnutzung
sind die Gründe in geeigneter Form darzulegen.
h) Vollbaumnutzungen sollten dort unterbleiben, wo
· degradierte Standorte vorliegen (z. B. ehemalige Streunutzung, Waldweide
oder Waldbrandfläche),
· die Böden sehr silikatarm und versauert sind und die Nährstoffeinträge aus
der Luft vergleichsweise gering sind,
· verdichtungsempfindliche Böden vorliegen und daher Reisig und Kronenmaterial
als Schutzdecke auf den Arbeits- und Rückegassen benötigt wird.
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Leitfaden 4
Was bedeutet „angemessener Umfang“ in Bezug auf Biotopholz, und was sollte bei
der Behandlung des Themas „Biotopholz“ im Betriebsplan beachtet werden?
Biotopholz, bestehend aus Horst- und Höhlenbäumen, Totholz und besonderen Altbäumen,
ist für den Schutz vieler Arten von besonderer Bedeutung. Diese Strukturen treten allerdings
erst mit zunehmendem Alter auf und können hier ihre Funktionen besser erfüllen. Alters- und
Zerfallsphasen sind in den Beständen, die durch den schlagweisen Hochwald geprägt sind,
kaum vorhanden. Es ist wichtig, dass ein ausreichender Anteil an Totholz und Biotopbäumen
bei der Bewirtschaftung berücksichtigt und dauerhaft von der Nutzung ausgenommen wird.
Als Biotopholz kommen bevorzugt in Betracht:
a) Bäume in einem Alter von über 70 Jahren, insbesondere Laubbäume
b) Bäume, deren Erhalt kein unzumutbares Risiko für die Arbeits- oder Verkehrssicherheit
oder für den Waldschutz darstellen. Aus Gründen der Arbeits- und Verkehrssicherheit
kann es auch notwendig sein, Biotopbäume anstelle stehenden Totholzes
als liegendes Totholz zu belassen.
c) Horstbäume
d) Höhlenbäume, soweit deren Vorkommen nicht gehäuft ist (über 10 Bäume pro Hektar)
und diese wirtschaftlich nicht wertvoll sind
e) Bäume mit hohen Durchmessern (> 50 cm bzw. > 30 cm BHD bei Weichlaubbäumen)
und schlechter Qualität
f) Einzelne gebrochene, geworfene oder bereits abgestorbene Bäume.
Angemessener Umfang bedeutet:
a) Ausreichende Qualität (s.o.)
b) Sinnvolle Verteilung
c) Orientierung in Bezug auf ein ausreichendes Volumen können die Zielformulierungen
in den regionalen Waldberichten bieten.
Das Biotopholzmanagement sollte Eingang in die schriftlichen Arbeitsaufträge finden. Eine
Markierung der Biotopbäume vor Erntemaßnahmen und vor der Schlagabraumvergabe ist
wünschenswert.
Leitfaden 5
Wie kann der Waldbesitzer auf angepasste Wildbestände hinwirken?
Der Waldbesitzer soll auf der Grundlage der vegetationskundlichen Gutachten (soweit vorhanden)
und durch jährliche Waldbegänge auf angepasste Wildbestände hinwirken.
Eigenjagdbezirke – in eigener Regie
Dem Eigenjagdbesitzer ist es durch die Gestaltung der Abschussfestsetzung weitestgehend
möglich, selbst auf angepasste Wildbestände hinzuwirken. Sollten die Rahmenbedingungen
(Insellage, Wildbestände in den Nachbarrevieren) trotz entsprechender Bemühungen nicht
den erwarteten Erfolg bringen, ist dies dem Zertifizierer glaubwürdig darzustellen. Das Wildschadensrisiko
kann auch durch geeignete Bejagungsmethoden gesenkt werden.
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Verpachtete Eigenjagdbezirke
Die Jagdpächter werden vom Waldbesitzer über das in den PEFC-Standards definierte Ziel
(„Hauptbaumarten ohne Schutz“) und über die sich daraus ergebenen Maßnahmen informiert.
Ersatz für auftretende Wildschäden wird geltend gemacht.
In neu abzuschließenden Jagdpachtverträgen dienen z.B. folgende Maßnahmen zur Erfüllung
der PEFC-Vorgaben:
a) Jährlicher Waldbegang,
b) Festlegung der Hauptbaumarten,
c) Wildschadensersatz im gesetzlichen Umfang,
d) Durchsetzung angemessener Abschussplanung,
e) Vertragsstrafe bei Nichterfüllung des Abschusses unterhalb einer bestimmten
Schwelle (z.B. 80 %) in Abhängigkeit vom Gefährdungsgrad des vegetationskundlichen
Gutachtens,
f) Vorzeitiges Kündigungsrecht bei mangelhafter Abschusserfüllung.
Eine Alternative zur Verpachtung sind jährlich kündbare Pirschbezirke.
Verpachtete gemeinschaftliche Jagdbezirke
Jagdgenossen, die sich zur Einhaltung der PEFC-Standards verpflichtet haben, sollen gegenüber
dem Zertifizierer (schriftlich oder mündlich im Rahmen der Versammlungen der Jagdgenossenschaft)
dokumentieren, dass sie in geeigneter Weise versucht haben, auf die Abschussfestsetzung
und die Gestaltung von Jagdpachtverträgen nach o.g. Vorgaben Einfluss
zu nehmen, dass sie ggf. Wildschäden geltend gemacht haben und dass sie auf einen jährlichen
Waldbegang hingewirkt haben.
Leitfaden 6
Was sollte ein Vertrag mit Forstunternehmern oder Selbstwerbern beinhalten?
Selbstwerber Dienstleister
Privat Gewerblich
1. Erfahrung beim Umgang mit der Motorsäge (durch den Besuch
eines Grundlehrganges zu dokumentieren, ab 2013 für private
Selbstwerber obligatorisch)
X X X
2. Qualifiziertes Personal (z.B. Maschinenführer-/Forstwirt-
Ausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung)
X X
3. Einhaltung der UVV, insbesondere
a) geeignete persönliche Schutzausrüstung (Helm mit Gehör-
und Gesichtsschutz, Sicherheitsschuhe, Schnittschutzhose,
Handschuhe),
b) keine Alleinarbeit mit der Motorsäge, mit Seilwinde und
beim Baumbesteigen,
c) Absperren der Hiebsflächen (keine Personen im Gefahrenbereich),
X X X
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d) Mitführen von Erste-Hilfe-Material vor Ort.
4. Maschinen nur auf den markierten Rückegassen; Fällungsschäden
(vgl. PEFC-Schwellenwert)
X X X
5. Aufarbeitung nur der zugewiesenen Bäume/Kronen (Bedeutung
von liegendem und stehendem Totholz)
X X X
6. Geeignete Geräte und Maschinen mit funktionssicheren sicherheitstechnischen
Einrichtungen (möglichst mit KWFGebrauchswertprüfung
[FPA])
X X X
7. Verwendung biologisch schnell abbaubarer Kettenhaftöle, Sonderkraftstoffe
und Hydraulikflüssigkeiten, ab 2013 für private
Selbstwerber obligatorisch
X X X
8. Mitführen eines Notfall-Sets für Ölhavarien X X
9. Einhaltung arbeitsschutzrechtlicher Bestimmungen X X
10. Gewerbeanmeldung, gewerbesteuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung,
Zugehörigkeit zur Berufsgenossenschaft, Versicherungsnachweise
(Sozial-, Haftpflichtversicherung), Aufenthalts-/
Arbeitserlaubnis für Arbeitskräfte aus Nicht-EUStaaten
X X
11. Einhaltung der tariflichen Vorgaben X X
Wenn keine schriftlichen Verträge mit den Selbstwerbern/Dienstleistungsunternehmern geschlossen
werden, sollen o.g. Inhalte in einem Merkblatt festgehalten werden, dessen Erhalt
vom Selbstwerber/Dienstleister per Unterschrift bestätigt wird. Alle begleitenden Personen
sind über o.g. Regeln zu informieren. Bei Subunternehmereinsatz muss eine Bestätigung
vorliegen, dass die Vertragsinhalte auch von diesen eingehalten werden.
Im Arbeitsauftrag mit dem Forstunternehmer wird eine maximal tolerierbare Gleistiefe definiert,
bei der die Holzernte/-bringung eingestellt wird. Bei Missachtung der genannten Regeln
ist der sofortige Ausschluss von der Holzwerbung und ggf. eine Vertragsstrafe in Aussicht zu
stellen.
Ein detaillierter Notrufplan, u.U. durch die Koordinaten ergänzt, ist dem schriftlichen Arbeitsauftrag
beizufügen. Die Selbstwerber/Dienstleistungsunternehmer sind an jedem Einsatzort
über den nächsten Rettungspunkt zu informieren.

Montag, November 15, 2010

Brennholzverkäufe aus dem Stadtwald Bitburg

Brennholzverkäufe aus dem Stadtwald


Brennholz aus dem Stadtwald Bitburg wird unabhängig vom Wohnsitz an jeden interessierten Käufer abgegeben.

Wir bieten Holz auf den Gemarkungen Bitburg, Mötsch und Matzen an.

1. Versteigerung Brennholz in langer Form:

Bereits gefällte und entastete Bäume werden am Waldweg bereitgestellt und versteigert. Eine Bestellung von Brennholz in langer Form ist nicht nötig.

Die Versteigerung erfolgt öffentlich, Zuschläge werden an den Meistbietenden erteilt. Die maximale Zuschlagsmenge liegt bei ca. 20 Festmeter (entspricht ca.30 Raummeter) pro Versteigerung und anwesende Person.

Die Taxpreise werden hergeleitet aus geschätzter Menge des Polters multipliziert mit 43 bis 48 Euro/Festmeter incl. Mehrwertsteuer. Es ergibt sich ein Polterpreis incl. Mehrwertsteuer. Alle Polter haben eine Polternummer (farbiges Plastikplättchen), die geschätzte Festmetermenge ist mit Farbe angeschrieben. Die Versteigerungen finden Freitagnachmittag und samstags statt. Die Versteigerungstermine werden ab Februar im Stadt- und Landboten mit Uhrzeit und Treffpunkt veröffentlicht.

2. Brennholz für nicht gewerbliche Selbstwerber:

5,00 € – 20,00 € / Raummeter

Sie arbeiten ihr Holz im Wald selbst auf. Baumkronen und Schlagabraum erhalten Sie in Form von Einzel- oder Flächenlosen.

Wir bieten Laubhartholz wie Rotbuche, Eiche, Esche und besonders preisgünstig Nadelholz wie Lärche und Kiefer an.

Liegendes Holz in Selbstwerbung kann nur an geübte Selbstwerber abgegeben werden. Der Besuch eines MS – Grundkurses (Motorsägenkurs) ist nachzuweisen. Das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung (Schnittschutzhose, Schnittschutzschuhe, Helm mit Gehör- und Gesichtsschutz) ist Pflicht. Die Bestände dürfen ausschließlich auf den markierten Rückegassen befahren werden. Der Rückegassenabstand beträgt bis zu 40 Meter.

Bei stärkerem Holz werden Selbstwerber, die über einen Schlepper mit Winde verfügen, bevorzugt.

Ein Merkblatt zur Selbstwerbung wird jedem Selbstwerber ausgeteilt und muss unterschrieben werden. Die Flächenlose werden abgeschätzt und pauschal verkauft.

Stehendes Schwachholz in Selbstwerbung wird nur an geübte und bereits dem Betrieb bekannte Selbstwerber abgegeben.

Näheres zur Selbstwerbung von stehendem Holz regelt ein Vertrag zwischen der Stadt Bitburg und dem Selbstwerber im Einzelfall.

3. Aufgesetztes Schichtholz:

58,00 € / Raummeter

Die Meterscheite, teilweise gespalten, werden für Sie am PKW befahrbaren Waldweg bereitgestellt.

4. Arbeitssicherheit und Umweltschutz

Zur eigenen Sicherheit muss bei Arbeiten mit der Motorsäge im Stadtwald Bitburg Schnittschutzhose, Schnittschutzschuhe und ein Helm mit Gehör- und Gesichtsschutz getragen werden, diese Schutzkleidung finden Sie im Fachhandel.

Bei der Aufarbeitung von Brennholz in den Beständen dürfen nur Wege und Rückegassen befahren werden. Sonstiges Befahren der Waldböden ist nicht zulässig.

Als Beitrag zum Umweltschutz darf im Stadtwald ausschließlich biologisch abbaubares Kettenschmieröl verwendet werden. Wir empfehlen die Verwendung von Sonderkraftstoff als Treibstoff für ihre Motorsäge.

5. Bestellung

Um Ihnen den Holzeinkauf zu erleichtern, haben wir für Sie im Internet auf der Seite www.bitburg.de „Service – Dienstleistungen“ einen Bestellschein bereitgestellt. Bitte notieren Sie bei der gewünschten Brennholzart die von Ihnen benötigte Menge in Raummeter.

Senden Sie dann den Bestellschein an das Forstrevier Bitburg-Steinborn oder die Stadtverwaltung Bitburg. Bitte beachten Sie, dass Brennholz in langer Form nicht bestellt werden muss. Die Termine der Versteigerung werden veröffentlicht. Bestellungen von Selbstwerbung von stehendem Schwachholz werden nur von bekannten Selbstwerbern angenommen.

6. Bezahlung

Grundsätzlich erfolgt die Zahlung gegen Rechnung. Mit Zuschlagserteilung/ Verkauf geht die Gefahr von Verlust und Untergang des Holzes auf den Käufer über.

Die Holzabfuhr ist nur nach vollständiger Bezahlung des Kaufpreises zulässig.



Samstag, November 06, 2010

Brennholzverkäufe

Brennholzverkäufe aus dem Stadtwald

Brennholz aus dem Stadtwald Bitburg wird unabhängig vom Wohnsitz an jeden interessierten Käufer abgegeben.

Wir bieten Holz auf den Gemarkungen Bitburg, Mötsch und Matzen an.

1. Versteigerung Brennholz in langer Form:

Bereits gefällte und entastete Bäume werden am Waldweg bereitgestellt und versteigert. Eine Bestellung von Brennholz in langer Form ist nicht nötig.

Die Versteigerung erfolgt öffentlich, Zuschläge werden an den Meistbietenden erteilt. Die maximale Zuschlagsmenge liegt bei ca. 20 Festmeter (entspricht ca.30 Raummeter) pro Versteigerung und anwesende Person.

Die Taxpreise werden hergeleitet aus geschätzter Menge des Polters multipliziert mit 43 bis 47 Euro/Festmeter incl. Mehrwertsteuer. Es ergibt sich ein Polterpreis incl. Mehrwertsteuer. Alle Polter haben eine Polternummer (farbiges Plastikplättchen), die geschätzte Festmetermenge ist mit Farbe angeschrieben. Die Versteigerungen finden Freitagnachmittag und samstags statt. Die Versteigerungstermine werden ab Februar im Stadt- und Landboten mit Uhrzeit und Treffpunkt veröffentlicht.

2. Brennholz für nicht gewerbliche Selbstwerber:

5,00 € – 20,00 € / Raummeter

Sie arbeiten ihr Holz im Wald selbst auf. Baumkronen und Schlagabraum erhalten Sie in Form von Einzel- oder Flächenlosen.

Wir bieten Laubhartholz wie Rotbuche, Eiche, Esche und besonders preisgünstig Nadelholz wie Lärche und Kiefer an.

Liegendes Holz in Selbstwerbung kann nur an geübte Selbstwerber abgegeben werden. Der Besuch eines MS – Grundkurses (Motorsägenkurs) ist nachzuweisen. Das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung (Schnittschutzhose, Schnittschutzschuhe, Helm mit Gehör- und Gesichtsschutz) ist Pflicht. Die Bestände dürfen ausschließlich auf den markierten Rückegassen befahren werden. Der Rückegassenabstand beträgt bis zu 40 Meter.

Bei stärkerem Holz werden Selbstwerber, die über einen Schlepper mit Winde verfügen, bevorzugt.

Ein Merkblatt zur Selbstwerbung wird jedem Selbstwerber ausgeteilt und muss unterschrieben werden. Die Flächenlose werden abgeschätzt und pauschal verkauft.

Stehendes Schwachholz in Selbstwerbung wird nur an geübte und bereits dem Betrieb bekannte Selbstwerber abgegeben.

Näheres zur Selbstwerbung von stehendem Holz regelt ein Vertrag zwischen der Stadt Bitburg und dem Selbstwerber im Einzelfall.

3. Aufgesetztes Schichtholz:

58,00 € / Raummeter

Die Meterscheite, teilweise gespalten, werden für Sie am PKW befahrbaren Waldweg bereitgestellt.

4. Arbeitssicherheit und Umweltschutz

Zur eigenen Sicherheit muss bei Arbeiten mit der Motorsäge im Stadtwald Bitburg Schnittschutzhose, Schnittschutzschuhe und ein Helm mit Gehör- und Gesichtsschutz getragen werden, diese Schutzkleidung finden Sie im Fachhandel.

Bei der Aufarbeitung von Brennholz in den Beständen dürfen nur Wege und Rückegassen befahren werden. Sonstiges Befahren der Waldböden ist nicht zulässig.

Als Beitrag zum Umweltschutz darf im Stadtwald ausschließlich biologisch abbaubares Kettenschmieröl verwendet werden. Wir empfehlen die Verwendung von Sonderkraftstoff als Treibstoff für ihre Motorsäge.

5. Bestellung

Um Ihnen den Holzeinkauf zu erleichtern, haben wir für Sie im Internet auf der Seite www.bitburg.de „Service – Dienstleistungen“ einen Bestellschein bereitgestellt. Bitte notieren Sie bei der gewünschten Brennholzart die von Ihnen benötigte Menge in Raummeter.

Senden Sie dann den Bestellschein an das Forstrevier Bitburg-Steinborn oder die Stadtverwaltung Bitburg. Bitte beachten Sie, dass Brennholz in langer Form nicht bestellt werden muss. Die Termine der Versteigerung werden veröffentlicht. Bestellungen von Selbstwerbung von stehendem Schwachholz werden nur von bekannten Selbstwerbern angenommen.

6. Bezahlung

Grundsätzlich erfolgt die Zahlung gegen Rechnung. Mit Zuschlagserteilung/ Verkauf geht die Gefahr von Verlust und Untergang des Holzes auf den Käufer über.

Die Holzabfuhr ist nur nach vollständiger Bezahlung des Kaufpreises zulässig.

Sprechstunde der Integrationsbeauftragten der Stadt Bitburg

Frau Swetlana Kuhfeld ist die ehrenamtliche Beauftragte zur Integration neuer Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Stadt Bitburg. Ihre Aufgabe ist es, Hilfestellung bei der Integration von zugezogenen Einwohnern in unserer Gesellschaft zu geben.

Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt in der allgemeinen Hilfestellung für das alltägliche Lebensumfeld.

Insbesondere der Personenkreis der ausländischen Mitbürger und Aussiedler, aber auch andere Ratsuchende finden hier einen Ansprechpartner.

Sprechstunden:

Die Sprechstunden finden jeden Dienstag im Fraktionszimmer 1 des Rathauses statt. Ihre nächste Sprechstunde hat Frau Kuhfeld am

16. November 2010, zwischen 08:00 und 12:00 Uhr

Genug Holz vor der Tür

Genug Holz vor der Tür

Gescheit angepackt. Wer im Akkord Bäume zu zerlegen versteht – wie dieser Holzfäller – vermag in seinem Ofen sehr viel Dampf abzulassen. Das Holz muss allerdings erst einmal... - Foto: IMAGO

Natürliche Brennstoffe liegen im Trend. Wer günstig kaufen will, hat im Umland von Berlin gute Chancen

Hans Fleisch ist gut vorbereitet: auf den kommenden Winter – und den im kommenden Jahr. Und im Jahr darauf. Denn für sein Brennholz sorgt er selbst. Vor drei Jahren hat sich Hans Fleisch, der Generalsekretär beim Bundesverband deutscher Stiftungen ist, in Brandenburg ein Grundstück gekauft, mit Wald und Wiese. „Dort mache ich mein Holz“, erklärt er.

Wer sich für den Eigenbedarf Holz aus dem Wald besorgt, kann viel Geld sparen. Er – oder sie – muss aber auch langfristig planen. Denn bevor das Holz in den Ofen kommt, muss es noch zwei Jahre trocknen. „Ich brauche im Jahr acht Festmeter“, sagt Hans Fleisch, der im Harz aufgewachsen ist und schon als Schüler im Wald gearbeitet hat – und auch im Umgang mit der Motorsäge geübt ist. „Durch mein Grundstück kann ich eine nachhaltige Form der Energieversorgung praktizieren.“ Er und seine Familie möchten ihr Leben Stück für Stück so umorganisieren, dass die Familie in Sachen Energieversorgung „einigermaßen autark“ ist. Holz als Brennstoff ist in den vergangenen Jahren immer populärer geworden: Einer Analyse des Zentrums für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) zufolge haben Holzheizungen, Wärmepumpen und solarthermische Anlagen den bundesdeutschen Geldbörsen im Jahr 2009 insgesamt 2,56 Milliarden Euro an Heizkosten eingespart.

An der Tätigkeit auf seinem eigenen Grundstück gefällt Hans Fleisch auch die körperliche Arbeit. Das Holzmachen, also das Sägen, Zerkleinern, Spalten und der Transport in die Wohnung bescherten ihm „verschiedene gute Gefühle“.

Gefühle, die auch Menschen entwickeln können, die kein Grundstück besitzen. In den Berliner Forsten kann man günstig Holz kaufen – das allerdings auch erst zwei Jahre luftig gelagert werden muss. Aus Gründen des Immissionsschutzes darf das Holz lediglich eine maximale Restfeuchte von 20 Prozent haben. Denn obwohl Holz eine ökologische Energiequelle ist, entstehen bei seiner Verbrennung Schadstoffe und Feinstaub.

„Das Holz kann man voraussichtlich im Februar oder März abholen“, sagt Marc Franusch, der Sprecher der Berliner Forsten. Allerdings müsse das Holz selbst abgeholt und noch geschnitten und gespalten werden: „Das Holz wird in meterlangen Enden am Waldweg aufgeschichtet.“ Vormerken lassen kann man sich bereits jetzt bei den Revierförstereien der Berliner Forsten. Kontaktadressen dazu sind online unter www.stadtentwicklung.berlin.de/forsten/dienststellen/ zu finden. Gut erreichbar sind die Revierförster dienstags von 14 bis 18 Uhr. Wer das Holz abholt, bezahlt in den Berliner Forsten je nach Holz zwischen 35 und 50 Euro für den Raummeter. Günstiger wird es für jene, die keine Angst vor der Motorsäge haben, die sogenannten „Selbstwerber“. Je nach Qualität können diese den Festmeter Holz schon ab zehn bis 15 Euro mit nach Hause nehmen. Fällen dürfen Selbstwerber die Bäume allerdings nicht. „Das bleibt Sache der Profis“, sagt Marc Franusch. Auch in den Brandenburger Forsten wird Holz verkauft. Der Preis für einen Festmeter, der selbst zusammengestellt wird, liegt derzeit bei knapp 18 Euro.

Wer sein Brennholz selbst aus den bereits liegenden Bäume in den Berliner Wäldern heraussägen will, sollte sich eine Motorsäge anschaffen. Und muss, bevor er aktiv werden darf, einen Kurs machen. Veranstaltet werden die Schulungen von den Berliner Forsten in Zusammenarbeit mit der Gemeinnützigen Service Gesellschaft zur Förderung des Landschafts-, Natur- und Umweltschutzes (GSG). In diesen eintägigen Veranstaltungen lernen die Teilnehmer, welche Gefahren auftreten können und wie die Säge gewartet wird. Außerdem werden Schnittübungen gemacht. Die Lehrgänge dauern sieben Stunden und kosten 70 Euro. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre. Interessenten können unter dieser Mailadresse Kontakt mit dem Kursleiter aufnehmen: office.berlin@gsg-netzwerk.de.

Holzreste können auch immer wieder in Tischlereien und Dachdeckerbetrieben anfallen. Allerdings sind diese Überbleibsel oft bereits verplant: Häufig werden sie unter den Kollegen aufgeteilt und für den Eigenbedarf mit nach Hause genommen. „Manchmal verkaufe ich das Holz weiter – vor allem an Kunden, die mich regelmäßig als Tischler beauftragen“, erklärt ein Steglitzer Handwerker, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte. Der Holzverkauf sei für ihn mehr ein Entgegenkommen dem Kunden gegenüber als ein Geschäft.

„Grundsätzlich ist es sinnvoll, beim Tischler um die Ecke nachzufragen“, sagt Ralf Spiekers vom Bundesinnungsverband der Tischler und Schreiner Deutschland, „um dort dann ein paar Stücke Massivholz zu kaufen“. Häufig würden die Reste aber auch in den Tischlereien, also am Ort des Geschehens selbst verbrannt. „Für den Tischler ist das Holz in erster Linie ein Wertstoff.“ Für den privaten Gebrauch nicht geeignet sind übrigens Hölzer aus Rückbauten, zum Beispiel alte Türen. „Diese sind häufig in der Beschichtung auch mit Schwermetallen versehen“, erklärt Spiekers.

Zudem könne längst nicht jeder Holzwerkstoff, der im Ofen einer Tischlerei lande, auch im privaten Kachelofen zu Hause verfeuert werden. Er gebe auch zu bedenken, dass es ökologischer sei, den Ofen zwei Stunden täglich zu heizen. Und nicht den ganzen Abend. Das ist zwar weniger romantisch, schont dafür aber die Umwelt. Tipps zum richtigen weil schadstoffarmen Heizen, zum Anheizvorgang und der richtigen Brennstoffmenge fasst auch ein neuer Ratgeber des Umweltbundesamtes (UBA) in Dessau zusammen.

Abrufbar ist er unter www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/dateien/3151. htm.

Viele greifen selbst zur Säge

Viele greifen selbst zur Säge

Im Stadtwald steigt die Nachfrage nach Brennholz.

  1. Reichlich Vorrat: Am Ortsrand von Rötenbach lagern große Mengen Brennholz. Foto: Thomas Winckelmann

  2. Der Umgang mit der Säge will gelernt sein. Selbstwerber im Stadtwald müssen den Besuch eines Motorsägenkurses nachweisen. Foto: FVA

  3. Reichlich Vorrat: Am Ortsrand von Rötenbach lagern große Mengen Brennholz. Foto: Thomas Winckelmann

  4. Der Umgang mit der Säge will gelernt sein. Selbstwerber im Stadtwald müssen den Besuch eines Motorsägenkurses nachweisen. Foto: FVA

TITISEE-NEUSTADT. Sägen, spalten, sparen: Diesem Motto folgen immer mehr Kaminbesitzer und sorgen selbst für ihr Brennholz. Mit den ersten kalten Nächten zog auch durch Titisee-Neustadt wieder verstärkt würziger Holzrauch und signalisierte, dass eine wachsende Zahl von Hausbesitzern auf den nachwachsenden Brennstoff setzen.

Heizen mit Holz ist im Trend und dies nicht nur, weil die badenova die Gaspreise erhöhen will und Öl immer kostbarer wird. Vielmehr legen immer mehr Kaminbesitzer Wert darauf, ihr Brennholz im Forst selbst zu machen, sich so an der frischen Luft zu betätigen und dabei für den Winter vorzusorgen. "Die Nachfrage steigt", bestätigt Stadtförster Dierk Weißpfennig. Die städtischen Waldarbeiter stellen zwar selbst kein Brennholz her, jedoch werden im Stadtwald zunehmend so genannte Flächenlose vergeben, auf denen die Interessenten ihr Kaminholz selbst sägen können. Die Saison für die laufende Heizperiode sei fast abgeschlossen, erklärt Weißpfennig, aber es gebe schon Interessenten, die bereits für das kommende Jahr einen Holzvorrat anlegen wollen.

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In den Monaten von November bis März hat der Holzeinschlag Hochkonjunktur, denn der Feuchtigkeitsgehalt des Holzes ist in der kalten Jahreszeit am geringsten. Eine technisch hochwertige Motorsäge ist beim Brennholzmachen im Wald unerlässlicher Helfer. Dabei ist der Umgang mit diesem Werkzeug längst keine Männerdomäne mehr, auch Frauen wagen sich in steigender Zahl an die Holzarbeit. Doch ob Mann oder Frau: Das Arbeiten mit der Motorsäge erfordert Übung. Deshalb ist der Besuch eines Motorsägenkurses Voraussetzung für die Vergabe von Flächenlosen. "Wir lassen uns die Bescheinigung vorlegen", sagt Weißpfennig, "ohne Motorsägenkurs kommt keiner in den Wald".

Ohne Schutzkleidung und Kurs geht nichts

Zudem wird auch die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen überwacht und kontrolliert, ob die Hobby-Waldarbeiter die erforderliche Sicherheitskleidung tragen. "Ich habe schon mal zwei nach Hause geschickt", erklärt der Stadtförster.

"Das Brennholz hat schon Bedeutung", sagt Gerrit Müller vom Kreisforstamt, vor allem auch für die Waldökologie. Der wertvolle Rohstoff Holz soll auch in diesem Bereich nicht verkommen. "Im üblichen Rahmen", sagt Armin Kojelles, bewege sich die Nachfrage nach Brennholz im Staatsforst. Auch hier würden Flächenlose an Selbstwerber vergeben. Ohne Motorsägenkurs geht auch im Staatswald nichts und die Hobby-Forstarbeiter dürfen nur in der vorgeschriebenen Schutzkleidung ihr Holz zerkleinern. "Die Gefahr bei Arbeiten im Bestand darf nicht unterschätzt werden", erklärt Kojelles. Motorsägenkurse bieten nach wie vor der forstliche Hauptstützpunkt in St. Peter und die ZG Raiffeisen-Genossenschaft in Neustadt an.

Die luftgetrockneten Vorräte an Brennholz gehen aufgrund der großen Nachfrage zur Neige. Das wirkt sich auf den Preis aus, der, so Kojelles, "je nach Qualität sehr individuell kalkuliert wird". Teurer ist Trockenkammerholz vom Brennholzhändler. Mit 75 bis 85 Euro für den Schüttraummeter muss man hier auf jeden Fall rechnen. In diesem Jahr beeinflusst eine verstärkte Nachfrage nach Holz allgemein den Preis für Stammholz. Im Bereich Nadelholz sind sogar die Erträge für schwaches Holz durch die Papier-, Spanplatten- und Energieindustrie so groß geworden, dass man Industrieholz als Brennholz schon gar nicht mehr verbrennen darf, - das wäre wirtschaftlich unlogisch.

Im Titisee-Neustädter Stadtwald kostet ein Flächenlos, auf dem die Selbstwerber das Restholz nach einem Hieb aufarbeiten dürfen, 30 Euro. Diesen "ganz humanen" Preis, so Stadtförster Dirk Weißpfennig, werde man auch für das kommende Jahr beibehalten. Fertiges Buchenbrennholz, das allerdings im Stadtwald kaum vorhanden ist, wird mit 43 Euro pro Festmeter berechnet, Esche und Ahorn mit 40 Euro. Für einen Festmeter Nadelholz werden frei Waldweg 33 Euro in Rechnung gestellt. Dieser Festmeter muss dann noch gesägt, gespalten, transportiert und getrocknet werden.